Der Chor „Rosinka“ auf der Bühne des Mozartsaales in Stuttgart

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   Am 24. 0ktober dieses Jahres fand in der kleinen Konzerthalle in Stuttgart ein Konzert zu Ehren des 250. Geburtstages der russischen Kaiserin Maria Fjodorowna, Prinzessin von Württemberg, statt. Der große Mozartsaal gab dem Konzert einen festlichen Charakter, sodass die Zuschauer sofort in das Geschehen auf der Bühne einbezogen wurden. Leider wurde vorher nicht so viel Werbung für das Konzert in Stuttgart gemacht, sodass nicht so viele Besucher im Saal waren. Aber diejenigen, die an diesem Abend in die Liederhalle kamen, hatten die Möglichkeit wunderschöner Musik zu lauschen. Die vier Stunden vollzogen sich wie eine Reise durch die Welt der Musik; angefangen bei alten russischen Volksliedern, über eine klassische und jazzige Zusammensetzung eines Blasorchester bis hin zu einer Zusammenstellung von russischen und europäischen Kompositionen, die von einem auf der Welt einzigartigen Hornorchester gespielt wurden.

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   Das Konzert fand im Rahmen des Festivals „Dialog der Kulturen“ statt. Aus diesem Grund war die Zusammenstellung der Gruppen nicht zufällig. Das Hornorchester aus St. Petersburg vertrat die russische Kultur, das junge Blasorchester aus Langenargen die deutsche und der Chor „Rosinka“ aus Freiburg stellte eine Brücke dar. Er vereinte zwei musikalische Welten- russische Volkslieder aus führenden russischen Kulturen, die in Deutschland von Deutschen und Russen zum Leben erweckt werden.

   Die Sänger des Chors „Rosinka“ eröffneten das Konzert und schufen somit die Stimmung für den folgenden Abend. Dies war nicht einfach, da das Publikum noch unberührt, gespannt und voller Erwartungen auf die kommenden vier Stunden schaute. Doch auch für die Musiker war es eine ganz neue Erfahrung ihre Lieder in einem großen Konzertsaal zu singen. Die ersten Lieder wurden a cappella, ohne die Begleitungen von Instrumenten, gesungen und wie ein Wunder öffneten die russischen Lieder auf ihre witzige, humorvolle Art und Weise die Herzen der Zuschauer. Die szenische Gestaltung auf der Bühne, die bunten russischen Tücher auf den Schultern der Sängerinnen, die Sänger traditionell in Hemden und Mützen gekleidet, schufen eine fröhlich und lustige Atmosphäre wie auf einem Jahrmarkt oder einer russischen Dorfversammlung. Am Ende des Programms erklang das russische Lied „Kadryl“. Dort klatschte das Publikum mit den Händen und Füßen, sodass sie zu einem Teil des Liedes wurden. Das Lied mit seinem innigen, altmodischen und provokativen Rhythmus zog das Publikum in seinen Bann. Die Zuschauer wollten den Chor nicht gehen lassen und baten um eine Zugabe.

   Oksana Kharson, die Chorleiterin, hatte recht mit ihrer Auswahl der Programmbestandteile. Vor allem die Volkslieder waren den Zuschauern aus den Ursprüngen der russischen Musik bekannt.

 „Rosinka“ ist sehr vielseitig. Sein Repertoire umfasst russische Romanzen, klassische Werke europäischer Komponisten und Folklore. Der Chor besteht aus Mitgliedern, die aus den ehemaligen Staaten der UdSSR kommen und Deutschen, die die russische Musik lieben. Sie haben wunderbare Solostimmen, die die Grundlage für eine starke Harmonie im Chor bilden. Die stärkste Kraft des Chores ist allerdings die kollektive Harmonie. Wir wünschen dem Chor „Rosinka“ neue musikalische Höhepunkte und Erfolg bei weiteren wichtigen Auftritten mit dem wunderbaren Erbe der russischen Musik hier in Deutschland.

Veronika Hilz
www.zeitung-heimat.de
Übersetzung  Susanne Jeremais